Heute ist der 14. Dustermond 21 n.B.

Wichmann Tausendtann
Wichmann Tausendtann

Ugo Schotterbier war fünf, als ihn seine Eltern in einer wolkenverhangenen Nacht auf einem Wagen in Richtung der Landesgrenze von Orkenstein schickten. Dem Kaufmann ein paar Münzen zugesteckt, sollte das Balg nur weg. Es hatte ein seltsames Glühen um die Augen, zudem waren mehrfach Krüge zerstoben, wenn es sie anfasste. Als mitten im Sommer Ugo mit Schnee auf den Kleidern vom Felde kam, waren die Zeichen klar. Sei es um den eigenen Ruf zu wahren oder die Gefahr zu bannen - das Kindlein musste fort. Magie war nicht wohl gelitten in diesem Land und dieser Zeit.

Ugo fuhr mit dem Kaufmann. Seine Magie fuhr mit ihm, schwach, unausgebildet und bisweilen chaotisch bis desaströs. In der nächsten Stadt zahlte der Kaufmann einen Flößer, der Flößer zahlte einen Schiffer, der Schiffer erneut einen Kutscher, welcher den Rest behielt. In einer lärmenden, riesigen Stadt stand Ugo auf dem Marktplatz und hielt sich an seinem Steinanhänger fest, den er von seiner Schwester Esther zum Abschied bekommen hatte. Nie sollte er zurückkehren, hatte der Vater gebrüllt. Er hätte den Weg auch nicht mehr gewusst.

Zwei Jahre schlug er sich in der Stadt mit betteln und kleineren Diebereien durch. Doch eines Tages packte ihn die Hand des Eigentümers des Beutels, den er eben hatte abzuschneiden versucht. Eisenhart griff die Frau zu und stellte Ugo zur Sprache. Unter Androhung von Auslieferung an die Stadtwache, nahm sie den fügsamen Knaben mit. So sollte er nun im Haus dieser Frau arbeiten und nicht mehr mit langen Fingern unterwegs sein. Magistra Yefka Seelander hatte schnell durchschaut, dass ihn ihm die Kraft wohnte und sie gedachte ihn zu lehren. Sie unterrichtete an der Magierakademie in Punin und dort sollte Ugo auch lernen.

Die Jahre gingen ins Land und Ugo begriff, was es mit ihm auf sich hatte. Er lernte, die Magie zu lenken, zu sehen und zu beherrschen. Und auch wenn ihm einige Bereiche sehr schwerfielen, so kam doch der Tag, als er seine Prüfung zum Magus ablegte und bestand. Wie es in dem Land üblich war, änderte er auch seinen Namen. Seine Magierlaufbahn sollte er als Wichmann Tausendtann beginnen.

Derweil nicht mehr mit den akademischen Aufgaben betraut, weilte er noch eine Zeit in der Stadt und arbeitete an der Akademie. In dieser Zeit stellte er Nachforschungen zu seiner Heimat an. Er wollte nach so langen Jahren seine Eltern wiedersehen, seine Schwester hatte sicherlich bereits ein Kind und wie war es wohl um das Land bestellt? Er wusste, es war nie leicht gewesen, mit den Orken vor der Tür. Das Amulett seiner Schwester leitete ihm letztendlich den Weg.

Nach 17 Jahren in der Ferne kehrte er zurück ...

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